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Digitalisierung – im Recruiting noch nicht ganz angekommen

Digitalisierung – im Recruiting noch nicht ganz angekommen

Quelle: Personalwirtschaft, 27.03.2017, Bewerbermanagement

Die Digitalisierung schreitet in Europa voran, doch in Rekrutierungsprozessen ist davon noch wenig zu spüren. So ist zum Beispiel E-Recruitung bislang kaum verbreitet und Kandidaten werden vor allem in kleinen Unternehmen oft noch dazu aufgefordert, sich per Post zu bewerben.

Rekrutierungsprozesse werden trotz vielfältiger digitaler Möglichkeiten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) Europas oftmals noch wie früher gehandhabt. So verlangt mehr als jeder dritte Betrieb dieser Größenordnung noch Bewerbungen in Postform. 54 Prozent ermöglichen die Bewerbung per E-Mail. Allerdings werden diese von der Personalabteilung zumeist nicht mit einem Bewerbermanagementsystem bearbeitet, sondern noch händisch. Lediglich in 14 Prozent der Fälle kommt ein Bewerbermanagementsystem zum Einsatz. Das zeigt die aktuelle Studie „Digitalisierung von HR in Europa“ von > Jacando. Dafür wurden über 1000 Karriereseiten von KMUs mit 50 bis 499 Mitarbeitern und Unternehmen ab 500 Mitarbeitern aus zwölf europäischen Ländern zu Rekrutierungsthemen untersucht.

Enorme Geldverschwendung in KMU

Laut Studie kommt der Verzicht auf Bewerbermanagementsysteme, die eine Zeitersparnis von 30 Minuten pro Bewerbung bewirkten, die Unternehmen teuer zu stehen. Bei durchschnittlich 50 Bewerbungen pro Vakanz würden jährlich 60 Millionen Bewerbungen auf ineffiziente Weise gehandhabt werden. In Arbeitsstunden wären dies 30 Millionen. Alleine in der DACH-Region ginge laut Jacando eine Milliarde Euro pro Jahr wegen fehlender digitaler Bewerbungsprozesse verloren.

One-Click- und mobile Bewerbung kaum verbreitet

Die Studie zeigt, dass auch andere E-Recruiting-Methoden noch nicht weit verbreitet sind. So erlauben lediglich zehn Prozent der europäischen Arbeitgeber die One-Click- Bewerbung über das Social-Media-Profil und nur sechs Prozent nutzen Mobile Recruiting. Auch sind nur zwei Drittel der untersuchten Webseiten überhaupt responsive gestaltet oder mobil optimiert. Auch beim Social Recruiting fehlt es an den wichtigsten Voraussetzungen, denn weniger als jedes zweite KMU verfügt über einen eigenen Social Media Account.

Auch große Unternehmen haben beim E-Recruiting noch Potenzial

Die größeren Firmen mit 500 und mehr Mitarbeitern sind in Sachen Digitalisierung des Rekrutierungsprozesses schon weiter. Zum einen haben sie deutlich mehr Ressourcen, andererseits werden sie aufgrund der vielen Stellenausschreibungen und Bewerbungen aus Kapazitätsgründen quasi zur Digitalisierung gezwungen. So haben 99 Prozent der großen Arbeitgeber ihre Karriereseiten mobil optimiert. Potenzial gibt es dennoch: Bewerbermanagementsysteme werden erst von gut drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen eingesetzt und Social Media ist bei 80 Prozent verbreitet. Die One-Click-Bewerbung per Social-Media-Profil ist sogar erst bei 14 Prozent möglich, kaum mehr als in kleinen Betrieben. Und die Anzahl der Unternehmen, die eine Bewerbung per Mobile App ermöglichen, kann an einer Hand abgezählt werden.

 

 

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